20.03.2010 - 23.05.2010
Im Zeitalter des Internets verspricht das Handy eine nahezu grenzenlose Erweiterung unserer Handlungsspielräume und den ununterbrochenen Anschluss zugleich an globale wie auch persönliche Netzwerke. Kaum eine technologische Innovation der vergangenen Jahrzehnte hat ähnlich mühelos und schnell eine so massenhafte Verbreitung gefunden und dabei derart umfassend von unserem Alltag Besitz ergriffen wie das tragbare Telefon. Als Statussymbol eines gehobenen Konsums, bei dem es nicht um materielle Güter, sondern um Information geht, verkörpert es die individuelle Teilhabe an der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Man kann es als »Territorialmaschine« bezeichnen: ein elektronisches Gerät, das seinen Nut-zer/innen die Welt nicht nur »zu Füßen«, sondern in die Hand legt.
Als Kamera, Walkman, Organizer, Navigationsgerät und Briefkasten für private und berufliche Nachrichten stellt das Handy die persönliche Verbundenheit mit der Welt nicht nur in ihrem wohlhabenden Teil, sondern auch in den Gesellschaften her, die zuvor wenig oder keinen Zugang zu den Kommunikationsnetzwerken hatten. Der Siegeszug der mobilen Kommunikation in Afrika ist beispiellos.